Dienstag, 27. August 2013

TAG 25, Treffen in Traismauer

Fiona in wien// Die anderen durchfahren die Wachau 

Ich schlendere verkatert durch Wien. Drei Jahre habe ich in dieser Stadt gelebt, war lange nicht mehr hier. Ich erkenne Orte wieder, doch ihr Zusammenhang verwischt sich, ich verliere mich. Zwei Cafés, die ich besuchen will, haben geschlossen. Sommerferien, Renovierung. Im Dritten bleibe ich hängen, lasse zwei Züge ausfallen.

Paida schreibt in einer Sms, dass sie sich in der Nähe von Traismauer niedergelassen haben, direkt neben dem Kilometerschild: 1990. Der Zug aus Wien zuckelt eine Stunde in den Abend hinein. Die Sonne färbt Wolken rosa und orange, ein dramatisch schönes Augenkonzert verklingt über mir während der drei Kilometern Fussweg - vom Bahnhof an Feldern entlang durch ein Waldstück - zum Wasser. In der Dämmerung suche ich die anderen am Fluss, es wird dunkel. Kellner aus einem Lokal mit Donaublick können mir kaum helfen - die Menschen auf dem Wasser orientieren sich anders als die am Land. Erst vermuten sie den Ort 10 km weiter flussabwärts, ich schlucke, sie denken noch einmal nach, und wir einigen uns auf 2 km donauaufwärts.
Die Schatten verschlingen Farben und Konturen. Die Ohren gespitzt, aufmerksam. Zwei Autos treffen sich auf dem Feldweg unterhalb des Damms, von Büschen verdeckt. Dubios? Mafiageschäfte? Drogenkuriertreffpunkt? Nein. Doch Fischer. Lautlos husche ich an ihnen vorbei, flüstere "Servus" und fange 100 Meter später an zu singen. Mich ankündigend, weil nicht mehr sichtbar, wenigstens hörbar für die, die ich suche. 1990 sehe ich niemanden, ich rufe laut, viele bekannte Stimmen antworten, und wir finden uns. 
Am Lagerfeuer berichten wir uns gegenseitig von dem, was wir erlebt haben. Die Wachau war wunderschön, Wien auch, Paida hat sich den Magen verdorben und ist glücklicherweise wieder auf dem Weg der Besserung.

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