Samstag, 20. Juli 2013

04. MIT DEM BOOT NACH INDIEN



Am 8.10.2012, nachts am Donaustrand

Am 9.10.2012, morgens auf der Donau

Am 9.10.2012, nachmittags am Donaustrand

Nach drei Monaten, in denen Sergio und ich täglich an Quetzal gebaut hatten, war das Boot fertig. Wir hatten anfangs gehofft, es nur in einem Monat schaffen zu können. Weil unser Baumaterial aus zum Teil sehr krummen und schiefen Brettern bestanden hatte, hatten wir alles sehr vorsichtig und zeitaufwändig gemessen und verarbeitet. Es war kalt geworden, der Herbst war angebrochen. Nach einer Probenacht im Zelt am Strand wurde uns klar, dass wir nicht die ganze Tour würden machen können. Trotzdem, mit Hilfe von Freunden und Nachbarn brachten wir das Boot Anfang Oktober zu Anbruch der Dunkelheit an den Strand.

Durch eine Verkettung von unglücklichen Zufällen führte in dieser Nacht Eins zum Anderen:
Die Autobatterie war leer, weil wir unser Zelt im Scheinwerferlicht aufgebaut hatten.
Das Fahrzeug blieb am nächsten Tag beim Versuch es anrollen zu lassen im Kies auf dem Strand stecken. Wir ließen es fremdstarten und zerrten es wieder heraus.
Als wir Quetzal ins Wasser schoben, begann es nach einigen Minuten tiefer zu liegen, sank langsam ab. Es hatte beim unsanften Aufsitzen auf ein Metallteil beim Transport ein Leck geschlagen. Gemeinsam schafften wir es wieder an Land.

Die Wasserschutzpolizei, die vormittags auf dem Fluss Streife fuhr, hatte also dreierlei Gründe, misstrauisch zu werden:
1. Ein seltsames, selbstgebautes Boot.
2. Unerlaubtes Parken auf dem Kies. (10 Euro)
3. Unerlaubtes Campen am Strand. (10 Euro)

Nachdem sie einige Male die Donau auf und ab gefahren waren und uns gemustert hatten, kamen sie am späten Vormittag mit dem Auto angefahren. Das Boot erinnerte sie an einen Elefanten. Dass wir Segeln nur theoretisch beherrschten, grub tiefe Grübelfalten in ihre Stirnen. Ganz koscher waren wir ihnen nicht, sie hatten ja schon vieles gesehen, das sei mit Abstand der dillettantischste Versuch. Sie lachten über unsere Naivität. Die Polizisten rieten uns, die Reise auf wärmere Temperaturen zu verschieben, zeigten sich aber sehr besorgt um unsere Gesundheit.


Anstatt die Donau zu befahren, nahmen wir den nächsten billigsten Flug, den wir finden konnten und flogen nach Jordanien. Wir verbrachten fünf Monate im Middle East und zwei in Asien. Wir wohnten bei Freunden oder machten Couchsurfing. Um die Reise finanzieren zu können, arbeitete wir in den Ländern, die wir besuchten-bekamen dafür Geld oder Kost und Logis. Weil wir Lust darauf hatten, Menschen kennenzulernen und großes Interesse für Sprache und Kultur zeigten, wurden wir oft eingeladen.

Kosten
ca. 3500 Euro, für 2 Personen, für 7,5 Monate, inklusive Flüge.
Länder - Jordanien, Israel, Ägypten, Nepal, Indien






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