Dienstag, 21. Juli 2015

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Bilder: Daniel Paida Larsen


Die Reise dauerte sechs Wochen, von denen die Mannschaft drei Wochen auf dem Wasser verbracht hat. Die Quetzal legte im Juli 2013 in Metten bei Kilometer 2290 ab, und kam im September kurz vor Wien, am  Flusskilometer 1948 an. Insgesamt hat sie also 342 km zurückgelegt.

Die fehlenden 1948 km bis zum Delta schafft man mit einem leichten Kanu in vier Wochen.

Warum war das Boot so langsam?
Das lag vor allem an den elf Schleusen, die durchfahren werden mussten. Österreich setzt auf Wasserkraft. Das bedeutet, dass die Donau vor jeder Schleuse aufgestaut wird, und die Fließgeschwindigkeit immer mehr abgebremst wird, bis sie der Fluss beinahe still steht. Das Boot hatte außerdem ein hohes Eigengewicht (ca. 300 kg) und wurde allein durch Muskelkraft und ein improvisiertes Segel angetrieben. Dazu kam ein Schiffbruch, Reparaturpausen und der Herbstwind, der zum Ende hin konsequent von vorne kam.

Das Prinzip von Quetzal-Boat to Istanbul war es, auf Gegebenheiten zu reagieren, und Lösungen für Herausforderungen zu finden, die sich der Mannschaft stellten. An dem Boot auch dann noch festzuhalten, als klar wurde, dass es zu langsam vorwärts kam, stellte sich als Fehler heraus.

Mit Ablaufen des Visums eines der Mitfahrer, zu einem Zeitpunkt, als sich das Boot noch immer innerhalb der EU befand, war eine schnelle Entscheidung nötig. Der Traum von der Überwindung von Grenzen traf auf harte Realität und es knackte. Gemeinsam in einem Boot zu bleiben, war nicht mehr möglich. Am Ende teilten sich die Wege der Mitfahrer wieder. Für den visalosen Mexikaner, den man hatte außer Landes bringen wollen, fielen Optionen wie zu Trampen, einen Zug oder einen Bus zu nehmen aus. Es hätte gut gehen können - er hätte aber zum Beispiel auch Autofahrer an der Grenze in unangenehme Situationen bringen können. So flog er direkt nach Istanbul. Klingt weniger romantisch, half aber, Ärger zu vermeiden.

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